Bergauf Hier & da hin

Alles in Paaren!

Gipfel erreicht: Vorderer Drachenkopf

Schneeschuh-Tour auf den Vorderen Drachenkopf

Alles in Paaren! – Fast hat es den Anschein, dass dies „der große Plan“ für die Mieminger Kette rund um die Coburger Hütte sei. Da wären zunächst der Vordere und der Hintere Tajakopf. Die Östliche und die Westliche Marienspitze. In der Wasseroberfläche von Seeben- und Drachensee können sich die umliegenden Berge – inklusive der Zugspitze, weiter im Norden – bei Windstille wiederum perfekt spiegeln. Und da sind der Hintere und der Vordere Drachenkopf.

Der Vordere Drachenkopf ist gleichzeitig der Hausberg der Coburger Hütte. Im Sommer erlebt man hier oben ein einigermaßen quirliges Treiben, das sicher nicht jedermanns Sache ist: Die Hütte – und vor allem auch der knapp 300m tiefer gelegene Seebensee sind von Ehrwald aus recht einfach zu erreichen. Nicht zuletzt, da auch viele Gruppen das Seminarraum-Angebot gerne nutzen, ist es für die Sommerwochenenden kaum möglich, auf gut Glück und mit ein paar Tagen Vorlauf einen Schlafplatz zu ergattern. (Wir haben Anfang Juni für etwa acht Leute angefragt. Und erfuhren: Bis Mitte September keine Chance.) Viele wissen eben, welch schönes Fleckchen Erde es hier gibt.

Seebener See & Zugspitze
Seebener See & Zugspitze

Kaum ist die Saison zu Ende und der erste Schnee gefallen, sieht es mit einem Schlag ganz anders aus: Bis zum Seebensee finden an diesem Wochenende Anfang November zwar noch immer einige Wanderer ihren Weg, dahinter aber hören wir in die Bergeinsamkeit hinein.

Hier und können wir eine Spur im Schnee ausmachen – nach Osten zum Tajatörl, auf dessen anderer Seite inzwischen kaum noch etwas übrig ist vom frühen Weiß. Nach Westen zur Biberwierer Scharte. Diesen Weg schlagen wir ein, nur um bald nach links und damit nach Süden abzubiegen.

Aufstieg durchs Schwärzkar
Aufstieg durchs Schwärzkar

Ist ein Hausberg per se einigermaßen leicht zu erreichen? – Der Vordere Drachenkopf ist es jedenfalls: Es geht seitlich am Schwärzkar entlang. Hier und da lugt noch eine rote Felsmarkierung aus dem Schnee hervor. Ansonsten orientieren wir uns eher an einer Schneeschuhspur bzw. folgen unserem Gefühl . Hier lässt sich bei den aktuellen Bedingungen nicht wirklich viel falsch machen. Nach gut 90 Minuten lassen wir die Schneeschuhe stehen und erreichen nach einem kurzen Steilstück die Vordere Drachenscharte. Nur die letzten einhundert Höhenmeter verlangen – Sommer wie Winter – erhöhtere Konzentration.

Wir lassen die Rucksäcke an der Scharte zurück. Hier enden auch die Spuren des Wanderers, der vor einigen Tagen hier oben gewesen sein muss. Ich komme kurz ins Grübeln, denn was nun kommt, ist Bergwinter-Neuland für mich. Es geht mit Ier-Kletterei hinauf, hier und da kratzt es vielleicht auch an einer II. Wir stehen immer wieder mal gut tief im Schnee. Zum Glück muss ich nicht spuren … Ausbalanciert am recht splittrigen Fels, noch über zwei etwas exponierte Stellen hinweg – und schneller als gedacht stehen wir am Gipfelkreuz.

Abstieg vom winterlichen Drachenkopf
Abstieg vom winterlichen Drachenkopf

Ein Gipfelschnaps darf sein. Mehr mag ich nicht, denn mental ist der Abstieg bis zur Scharte für mich eher der schwierigere und damit größere Teil der Aufgabe. Seltsamerweise – und zu meiner Freude – stelle ich fest, dass ich den Abstieg letztlich viel besser bewältige als gedacht. Aber ich weiß: Ohne das Klettertraining der letzten Monate wäre ich möglicherweise gar nicht im Leisesten auf die Idee gekommen, bei diesen frühwinterlichen Verhältnissen hier hinauf zu gehen. Und auch das Runterkommen wäre eine deutlich größere Herausforderung gewesen.

Nach einer Brotzeitpause an der Scharte geht es entlang des Aufstiegswegs zurück. Die Ehrwalder Sonnenspitze fest im Blick.

Immer fest im Blick: Die Ehrwalder Sonnenspitze
Immer fest im Blick: Die Ehrwalder Sonnenspitze

Aufstieg zur Coburger Hütte: Je nach Verhältnissen und Fähigkeiten meist über den Hohen Gang oder über die Ehrwalder Alm. Alternativ über den Seebener Klettersteig.

Abstieg vom Vorderen Drachenkopf
Abstieg vom Vorderen Drachenkopf

 

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