Hölzchen und Stöckchen

Von wegen niederträchtig!

Ein Alpenkrimi in Münchens 1. Offenen Bücherschrank

Nein: Niederträchtig Schaden zugefügt wird damit niemanden. Ganz im Gegenteil. Heute habe ich den 1. Offenen Münchner Bücherschrank mit einem Alpenkrimi bestückt.

„Offener – was?“, fragt sich manch einer. Offener Bücherschrank. Seit Mitte Dezember steht er vor dem Münchner Nordbad. Die Idee ist denkbar einfach: Der Bücherschrank ist für jeden zugänglich. Zu jeder Zeit, Tag und Nacht. Wer beim Stöbern ein Buch findet, kann es einfach mitnehmen und lesen. Danach behält man’s oder stellt’s wieder in den Bücherschrank zurück, damit auch andere es lesen können. Auch gerne gesehen: Ein Buch aus dem eigenen Bücherschrank hineinstellen.

Dafür habe ich mich heute in der Mittagspause entschieden. Meine Idee: Ich stelle ein Buch hinein, das mir selbst große Freude bereitet hat, das ich empfehlen würde. Und das irgendwas mit den Bergen zu tun hat.

Gerade noch im pri­va­ten Bücherregal … jetzt schon im 1. Offenen Münchner Bücherschrank
Gerade noch im pri­va­ten Bücherregal … jetzt schon mit Widmung im 1. Offenen Münchner Bücherschrank

Meine Wahl ist auf „Niedertracht“ von Jörg Maurer gefallen. Ich bin nicht unbedingt der Lokalkrimi-Typ, aber die Bücher des Werdenfelser Autors und Kabarettisten sind einfach zu komisch, um sie nicht zu lesen.

Was ist anders als bei anderen Lokalkrimi-Autoren? Es ist die Erzählweise, bei der man immer wieder mal denkt, live im Kabarett zu sitzen. Es sind die mitunter sehr skurrilen Charaktere, die einem im Laufe von Maurers Geschichten begegnen. Und es ist vor allem das wunderbar, irgendwie treffend überspitzt gezeichnete Bild vom „Kurort“, den wir alle kennen. Frei nach dem Motto „Sterben, wo andere Urlaub machen …“.

Übrigens: Der Offene Bücherschrank ist im Münchener Stadtgebiet derzeit noch ein Unikum. Der Trägerverein denkt wohl schon über weitere Standorte nach, auch in anderen Stadtteilen gibt es Interessenten. Ich finde die Idee Klasse und meine, dass jede Stadt solche Anlaufpunkte haben sollte. Vielerorts gibt’s sie auch schon. Wenn Du Interesse hast, schau Dich einfach mal in Deiner Region um.

  1. Markus Block

    Hi noa, nix gegen Heimatkrimis, wenn sie gut geschrieben sind. Die rund um den Miesbacher Kriminalkommissar Wallner sind jedenfalls Klasse für Ortskundige oder gar Einheimische… Vor allem die Bände rund um die Morde am Wallberg, Spitzingsee oder in den Blaubergen sind 1A! In diesem Sinne frohe Feiertage und auf viele tolle Blogbeiträge im neuen Jahr! Servus, Markus

  2. Ich werde mir Mühe geben und die Kreativ-Quelle immer gut pflegen. Da kommen schon wieder ein paar Ideen ans Tageslicht. Freut mich, dass Dir der Blog gefällt. 😉 Dir auch schöne Feiertage!

  3. Hallo – das ist eine tolle Sache. Ich habe so eine Bücherbox in Xanten entdeckt und finde es super, gerne würde ich so eine Sache bei uns im Dorf haben. Hier mein Xanten-Bericht:
    http://redaktion42.com/2015/03/01/offentliche-literatur-offentlicher-bucherschrank/

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