Im großen Bogen um München 

Instinktiv ist da immer etwas Zögerndes, sowie ich an eine Hofdurchfahrt gelange. Ganz gleich, ob mit dem Auto oder mit dem Rad. Denn komme ich ein Sträßlein entlang, bei dem es plötzlich keinen anderen Weg als den über den Hof gibt, dann ist das für mich in gewisser Weise ein Eindringen in die Privatsphäre der dort lebenden Menschen. 

In der Konsequenz bedeutet das ein Verlangsamen, auf mehr oder minder Schrittgeschwindigkeit. Ein freundliches Nicken und Hallo, wenn auf dem Hof jemand zu sehen ist. Ein neugieriges Sich-Umschauen und gleichzeitig ein möglichst diskretes Weg-Sehen. Denn wie gesagt: Privatsphäre. Ganz gleich, wie das öffentliche Wegerecht geregelt ist.  

Mit Sicherheit gibt es auch in Norddeutschland Hofdurchfahrten. Aber bewusst auf sie geachtet habe ich erst nach meinem Umzug nach Bayern. Allein topographisch scheint es recht gut erklärbar, warum es im Süden so viel mehr Hofdurchfahrten gibt. Am Berg wäre es früher wahrscheinlich oft schier unmöglich gewesen, eine separate Umfahrung eines Hofes anzulegen. Außerdem bedeutet so eine Hofdurchfahrt einen ziemlich ökonomischen Umgang mit dem Land. Vielleicht erklärt genau dieser Gedanke auch, warum Hofdurchfahrten dann eben nicht nur in den Bergen zu finden sind, sondern auch etwa im leicht aufgehügelten Umland von München. 

Als ich bei einer Tour rund um München durch Radlding radle, stellt sich wieder die Aufgabe: einmal direkt über den Hof, wenn wir auf der anderen Seite unser Anschlussweglein finden wollen. Ein kurzes Zögern. Nirgends der Hinweis, dass genau das nicht erwünscht ist. Weder in der Karte, noch vor Ort. Los und weiter geht’s. 

In diesem Augenblick ist mir klar: irgendwann werde ich versuchen, in der Bibliothek mehr über Hofdurchfahrten in Erfahrung zu bringen. Mit Sicherheit hat irgendjemand auch schon mal ausführlich dazu geforscht.  

Zur Tour

Durch Radlding bin ich während einer München-Umrundung gekommen. Idee der Tour war, die Endstationen der Münchner S-Bahn-Linien in einem Bogen mehr oder weniger zu einem Kreis zu verbinden. Herausgekommen ist eine dreitägige Strecke, summa summarum etwas über 300 Kilometer.  

Die Räder zum ausgewählten Ausgangsbahnhof mitzunehmen ist unkompliziert: auf einem Teil der S-Bahn-Strecken lässt sich zum MVV-Tarif auch mit Regionalbahnen fahren. Nimmt man diese, kann man (bei Start oder Ende der Tour) auch die Fahrrad-Sperrzeiten im Berufsverkehr unter der Woche umschiffen.

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Corinna Outdoormädchen

Ich kenne das Gefühl ganz genau! Bei mir kommt noch die Angst dazu, ob es wohl einen wadenbeißenden Hofhund gibt. Hab mal schlechte Erfahrungen gemacht ^^
Und so muss auch ich bei jeder Hofdurchfahrt einmal kurz zögern und mich feiern, wenn ich ungesehen durchgekommen bin.

Und tolle Tour mit 300km!!!

Liebste Grüße!

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