Gedanken am Wege Vermischtes

Immer wieder samstags: Schnell in die Berge!

An der Längenbergalm

Gimme a sec …

Samstags in der Früh kann’s mir oft nicht schnell genug gehen. Da zählt jede Sekunde. Gut, aber schnell gefrühstückt, die letzten Sachen zusammengepackt. Und: Ab in die Berge.

Sind wir dann erst mal unterwegs, ist alles gut und ich bin entspannt. Wenn’s jedoch bis zum Losfahren länger dauert als geplant, kann ich innerlich schon mal ungeduldig werden. Äußerlich auch. Der Mann an meiner Seite kann ein Lied davon singen. Manch Freund und Bekannter ebenso.

Neulich war wieder so ein Berg-Samstag:

Die Uhr zeigt irgendwas zwischen halb und um sieben an. Haustür abgeschlossen. Eine Kleinigkeit vergessen. Haustür wieder aufgeschlossen. Nächster Startversuch. Rucksack, Bergschuhe und uns selbst ins Auto verfrachtet.

Nach ein paar Minuten rollen wir gemächlich hybridig einer großen Kreuzung entgegen. Vielleicht 20 Meter noch. Perfekt, im richtigen Moment springt die Ampel auf grün um, so dass ich gar nicht bremsen muss. Gleich sind wir bei der Kreuzung.

Die Sonne scheint. Die Stadt schläft. Der Fahrer des Sattelschleppers wohl auch. Mit sicher 60 Sachen rauscht er von links an die Kreuzung heran.

Moment mal, irgendwas in diesem Bild ist doch verkehrt! Instinktiv gehe ich vom Gaspedal. Mein Hirn schaltet auf diesen Zeitlupen-Modus um, in dem sich jeder Bruchteil einer Sekunde endlos zu dehnen scheint: Blick auf meine Ampel – grün, grüner, am grünsten. Blick auf den Sattelschlepper – schon längst mitten auf der Kreuzung. Irgendwann dann die Reaktion: Hupen könnte ich. Zumindest pro forma.

Erst viel später die Erkenntnis: Ich bin froh um jede Sekunde, die wir nicht zeitiger an der Kreuzung waren. Die wir vorhin, an der Haustür, scheinbar unnötig vertrödelt haben.

Ein ähnliches Erlebnis hatte ich schon mal vor vielen Jahren. Auch damals – ein Auto nur – von links auf einer Landstraßenkreuzung. An einer Stelle, von der es nie und nimmer hätte kommen dürfen.

Drei Dinge, die ich mir später am Berg so denke:

  1. Im Straßenverkehr öfter mal nach links schauen. Auch wenn das schon arg nach „Siebter Sinn“ klingt.
  2. Den (Berg-)Tag entspannt angehen.
  3. Es wird auch ein nächstes Mal gut gehen. Hauptsache … siehe #1.

Ach ja: Es wurde ein traumhaftes Wochenende rund um die Benediktenwand, sogar Steinböcke haben wir gesichtet. – Da sag ich nur: Vergiss jedes „Hätte“, „Könnte“ und „Wäre“. Und vor allem: Vergiss Graubünden!

Steinbock Benediktenwand

 

 

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