Bergauf

Zirbenzauber

31. Juli 2018

Die Königin der Alpen

Ganz verschiedene Namen hat sie, die Königin der Alpen: Zirbe. Zirbel. Zirbelkiefer.

Meine ganz persönliche Begeisterung für diese besondere Kiefernart nahm vor vielen Jahren in der Schweiz seinen Lauf, wo die Zirbe auch Arve oder Arbe genannt wird. Seither freue ich mich immer wieder, wenn ich beim Erkunden für mich neuer Wanderregionen von Zirben lese. Oder wenn ich auf Tour mitunter vollkommen unerwartet plötzlich vor diesen Bäumen stehe.

Da die Zirbe eine ausgesprochene Hochgebirgsenthusiastin ist und sich erst in Lagen ab 1.500 Metern Höhe wohl fühlt, trifft man im Alltag eher selten auf sie – außer man wohnt weit oben in den Bergen.

Besonders reizen mich Zirbenwälder im Herbst, denn charakteristisch werden die Zirbelkiefern von Lärchen begleitet – und die Farbkombination des satten Zirbengrün und des leuchtenden Lärchengelb sind einfach immer wieder überwältigend.

Hier nun vier ganz unterschiedliche Tipps für kleine oder große Wanderungen zu den Zirben:

Reiter Alm (Berchtesgadener Land/Bayern)

Der Zirbenwald auf der Reiter Alm gilt als das größte Vorkommen in Deutschland. Das Hochplateau im Berchtesgadener Land steht gewissermaßen im Schatten der großen Bergnamen der Region, allen voran des Watzmanns. Auch die Tatsache, dass man auf die Reiter Alm ausschließlich zu Fuß gelangt, es um die 1.000 Höhenmeter sind und weite Teile zu einem Gebirgsübungsplatz der Bundeswehr gehören, mag dazu beitragen, dass die Reiter Alm weniger bekannt ist.

Mitten auf dem Hochplateau steht die Neue Traunsteiner Hütte. Die Alpenvereinshütte ist im Sommer und bis in den Oktober hinein bewirtschaftet, so dass sich der Besuch des Zirbenwalds auch hervorragend mit einer Übernachtung und einer ausgiebigen Gipfeltour verbinden lässt.

 

Obergurgler Zirbenwald (Tirol/Österreich)

Klein und fein: Ganz am Ende des Ötztals, hinter und oberhalb von Obergurgl gelegen gedeiht der Obergurgler Zirbenwald. Ein kleiner Themenweg führt durch den bis zu 300 Jahre alten Baumbestand und erklärt allerlei Wissensewertes. Zwischen den Bäumen kommt man auch zu kleineren vermoorten Flächen und hat fantastische Blicke ins Gurglertal, das größte Seitental des Ötztals. Das Tal war noch vor 100 Jahren zu weiten Teilen vom Gurgler Ferner bedeckt; auf diesem Gletscher notlandete 1931 der Schweizer Wissenschaftler Auguste Piccard, nachdem er von Augsburg aus mit seinem Gasballon bis in die Stratosphäre aufgestiegen, dabei aber manövrierunfähig geworden war.

Die Wanderung durch den Zirbenwald dauert etwa 3 Stunden, führt an der Zirben Alm vorbei und ist auch für Familien und Bergneulinge sehr gut zu gehen.

 

Leitenkammersteig (Salzburger Land/Österreich)

Wenn es im Flachland wieder mal viel zu heiß zum Aushalten ist, lässt sich hervorragend in die Berge flüchten. “Sommerfrische” ist das große Zauberwort und Krimml lockt in solchen Tagen mit seinen berühmten Wasserfällen. Bevor man nun einzig und allein den Wassermassen dabei zuschaut, wie sie eindrucksvoll den Berg hinunterstieben, lässt sich in nächster Nähe eine ausgiebige Wanderung machen: Von Krimml aus startend 1.400 Höhenmeter hinauf zum Seekarsee und zum Wildkarsee; danach langsam wieder Höhe verlierend und in einem großen Bogen zurück über die Breitscharte nach Krimml. Als das i-Tüpfelchen dieser mit etwa 7h durchaus langen Tagestour entpuppt sich der Leitenkammersteig. Ziemlich einsam und mit tollen Blicken auf die Gletscher. Der Leitenkammersteig führt von der Gerlosplatte und dem Plattenkogel am Farnbichl vorbei ins Wildgerlostal und kann, sofern Zeit und Kondition die große Runde nicht zulassen, auch für sich begangen werden.

 

Innsbrucker Zirbenweg (Tirol/Österreich)

Oberhalb von Innsbruck gelegen, ist der dortige Weg durch den Zirbenwald eine unbedingte Empfehlung, wenn’s ein bisschen aus der Stadt in die Natur gehen soll. Auf die Ausgangshöhe bei etwa 2.000m kommt man am einfachsten mit der Bahn: Am einen Ende führt die eine Bahn auf den Hausberg von Innsbruck, den Patscherkofel. Am anderen führt die andere Bahn zur Tulfeinalm. Dazwischen liegt eine etwa 2,5 Kilometer kurze Wanderung, die ohne nennenswertes Auf und Ab auskommt.

Ausführlichere Infos zum Innsbrucker Zirbenweg gibt es bereits hier im Blog. Der Innsbrucker Zirbenweg hat auch den Weg in das Buch “Waldwunder” vom DuMont Reiseverlag gefunden, das im Sommer 2018 erschienen ist und zu dem ich drei Geschichten beigesteuert habe.

 

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2 Kommentare

  • Reply Alois Igelspacher 6. August 2018

    Servus Nadine,
    den Zirbelkieferwald auf der Reiter Alm sollte ich mir echt mal ansehen. Es gibt in den Bayerischen Alpen außerdem noch einen kleinen Restbestand am Schachen. Die jungen Bäume haben es dort nicht leicht wegen der Kühe. Viele wachsen auf den Felsen. Die Bäume haben wohl nur auf den Felsen eine Chance, nicht schon in jungen Jahren von den Kühen zertreten zu werden.

    • Nadine
      Reply Nadine 7. August 2018

      Servus Alois,
      stimmt, danke für den Tipp! Überhaupt ist der Schachen ja hin und wieder eine hübsche Runde.

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