Bergauf

Sonne, Mond & Gipfelmeer am Piz Boè

12. Oktober 2015
Gipfelkreuz am Piz Boè

Besondere Momente auf dem Weg von München nach Venedig (II)

Rings um uns die trockene, steinige Mondlandschaft des Sellastocks. Weiter hinten, aber doch prominent ins Blickfeld geschoben, steht der wie eine Pyramide wirkende Berg mit der kleinen Berghütte Rifugio Capanna Fassa. Hugo meint, Berg und Hütte sähen so aus, als gehörten sie in ein Comic. Und irgendwie ist’s wahr: Zwei recht gleichmäßige Gesteins-Schenkel. Und ganz oben, direkt auf der Spitze – plopp – die Hütte. So, als könne sie genauso gut jeden Moment herunterkippen. 

Ein bisschen wie im Comic: Plopp - oben auf dem Gipfel die Hütte

Aus weiter Ferne von überall erkennbar. Und ein bisschen wie im Comic: Plopp – oben auf dem Gipfel die Hütte

Wir steigen zur Hütte hinauf. An Sommertagen, die ihresgleichen suchen, erleben wir grandiose Stunden auf dem Piz Boè: Unter einem wolkenlosen, strahlend blauen Himmel ein einziges großes Gipfelmeer. Abends stehen wir in den letzten wärmenden Strahlen, bevor die Sonne untergeht. Und es schlagartig kalt wird. Dann, während wir drin das Abendessen genießen, geht draußen der Mond auf. Rund und riesig ist er. Unseren Schlaf kann er in dieser Nacht trotzdem nicht mal ansatzweise stören. Am nächsten Morgen pellen wir uns beizeiten aus Schlafsack und Decken … um eine halbe Stunde in der morgendlichen Kälte zu darauf zu wartet, dass nun wiederum die Sonne allmählich hinter den Bergen im Osten hervorgekraxelt kommt. Und es erneut abrupt wärmer wird.

Mit anderen Worten: Der kleine „Umweg“ über den Piz Boè hat sich gelohnt!

Auf dem Piz Boè: Sonnenuntergang

Auf dem Piz Boè: Sonnenuntergang

Gut zu wissen

Wohin man auch blickt vom Piz Boè: Berge ringsum

Wohin man auch blickt vom Piz Boè: Berge ringsum

Das Rifugio Capanna Fassa steht direkt auf dem 3.152 Meter hohen Gipfel des Piz Boè. In der Sellagruppe ist er der höchste Berg. Und der einzige Dreitausender. Die Hütte ist sehr einfach, aber sehr gemütlich. Und klein (mit nur 22 Betten). Wer also einen Schlafplatz möchte, muss Glück haben. Oder rechtzeitig reservieren.

Auf dem Weg von München nach Venedig muss man nicht zwingend über den Piz Boè (Normalvariante: Übernachtung auf dem 300 Meter tiefer gelegenen Rifugio Boè.) Wer Lust hat, kann spontan sowohl am Abend als auch am Morgen noch schnell einen Abstecher auf den Gipfel machen.

Auf- und Abstieg sind – zumindest bei trockenen Verhältnissen – recht leicht zu bewältigen. Der Piz Boè gilt als leichtester Dreitausender in den Dolomiten.

 

Wundervolles Aufwachen: Die Sonne küsst sanft das Refiugio Capanna Fassa wach.

Wundervolles Aufwachen: Die Sonne küsst sanft das Rifugio Capanna Fassa wach.

 

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