Spotten Klettern Thalkirchen

Hallen-Kletterkurs mit Outdoor-Faktor

Denke ich an meine Kindheit, dann habe ich Bilder von vielen glücklichen Stunden an der frischen Luft im Kopf. Nicht selten fuhren wir mit den Rädern in den Park und kletterten auf einen unserer Lieblingsbäume. So hoch zumindest, dass es gut war, dass die Eltern es nicht gesehen haben. Mancher Ausflug ließ sich allerdings nicht verheimlichen. – Dann zu Beispiel, wenn er im freien Fall in den Sträuchern endete. Das Resultat waren zumeist kleine, inzwischen längst wieder verschwundene Blessuren.

Irgendwann hatte ich’s nicht mehr so ganz mit der Höhe. Daran konnte auch manch luftige Tour in den Alpen nicht viel ändern. Doch da selbst ein Hauch von Höhenschwindel beim Bergsteigen durchaus hinderlich sein kann, entschied ich unlängst: Ein Kletterkurs muss her!

Klettern - Tritte

Meine Hoffnung: Mehr Gefühl zu bekommen – für das was geht, und das was nicht geht an einer Engstelle oder an einer ausgesetzten Passage. Ich will Basis-Klettertechniken erlernen, die ich im Idealfall auf das Bergsteigen oder Klettersteiggehen übertragen kann. Um so die eine oder andere Schlüsselstelle am Berg entspannter zu meistern.

Ein guter Start? – Definitiv!

Für mich steht fest: Ich würde nicht mit jedem klettern, da braucht’s ein gewisses Grundvertrauen. Meiner Freundin geht es genauso. Weshalb es perfekt ist, dass wir uns zusammen für einen Grundkurs anmelden. Und uns – so unsere Idee – gegenseitig sichern können.

Diese Vorstellung zerplatzt wie eine große Seifenblase, kaum dass wir fünf Minuten mit unserem Klettertrainer in der Halle sind. Sein Argument: Gewichtsmäßig passen wir mit einer jeweils anderen Partnerin besser zum Sichern zusammen. Das fängt ja gut an!

Zum Glück hatte kurz vorher die Nummer Vier unseres Kletter-Quartetts, mit der ich nun stattdessen klettern werde, einen magischen Satz gesagt: „Ich bin hier, weil ich meine Kinder vernünftig sichern können möchte.“ Das wiederum ist geradezu perfekt, gibt einen ordentlichen Vertrauensvorschuss und lässt mich nicht gleich insgeheim hyperventilieren … Auch, wenn wir bis zu diesem Zeitpunkt gerade mal den Vornamen voneinander kennen.

Zwei Worte Kletterlatein

Vorstiegsübungen Klettern München Thalkirchen
Vorstiegsübungen Klettern München Thalkirchen

Und los geht’s: Während der nächsten Kurstage lernen wir alles, was man für den Toprope-Schein benötigt – quasi die formale Lizenz zum Einstieg in die Kletterwelt. Toprope? – Noch vor wenigen Wochen hatte ich keine genaue Vorstellung, was das eigentlich bedeutet. Es ist die erste Sicherungsform, die man im Sportklettern lernt. Das Seil, an dem man beim Klettern gesichert ist, läuft dazu nach oben über einen Umlenker und wieder zum Boden. Von dort sichert der Partner.

Wenn alles glatt läuft im Kurs, hält man nach drei mal drei Stunden ein Plastikkärtchen  „Kletterschein Indoor Toprope“ des DAV in der Hand.

Doch erst mal heißt es den Partnerscheck und das Knoten üben, das Sicherungsgerät richtig bedienen und vor allem: kraftschonend klettern; also immer schön das Gewicht auf das richtige Bein verlagern. Und die Arme lang. So geht’s sicher Meter um Meter nach oben. Erst an kleinen Wänden, dann an größeren.

Und da ist es wieder: Mein kleines Höhendilemma. An einem mini-kleinen Überhang in einigen Metern Höhe zögere ich. Doch ein kurzes, motivierendes Zureden hilft. Ich schlucke mein mulmiges Gefühl runter. Und bin rüber. Danach sei’s leichter, hatte der Klettertrainer versprochen. So ist’s dann auch!

Auf „Drei“ wird gefallen

Nicht nur ich bin erst einmal ein wenig skeptisch ob des obligatorischen Falltests, der am dritten Kurstag angesagt ist: Dabei hänge ich irgendwo zehn Meter über dem Boden. Das Seil wird von unten um einen Meter nachgegeben – und ab geht’s, in die „Tiefe“. Erst einen, beim nächsten Versuch zwei Meter. Eine Portion Endorphine bahnt sich den Weg. Die anfängliche Skepsis ist verdrängt von diesem Das-könnte-ich-öfter-machen-Gefühl.

Tatsächlich halten wir nach diesem Kurstag alle unseren Kletterschein, quasi das „Seepferdchen für die Vertikale“ in den Händen. Zu diesem Zeitpunkt ist unser Kletter-Quartett längst auf den Geschmack gekommen und wir haben bereits den nächsten Kurs gebucht … Das Vorstiegsklettern wird da gelernt, bevor wir Trainer-frei die Kletterwände erkunden.

Fazit: Klettern um des Kletterns willen? – Wie immer, wenn’s technisch wird, ist ein Kurs der ideale Einstieg. Unter kundiger Anleitung erfährst Du nicht nur alles über die richtige Technik und über das Material, sondern auch über aktuelle Sicherheitsstandards. Auch, wer so wie ich „über Umwege“ das Klettern ausprobiert, wird mit großer Wahrscheinlichkeit Freude daran finden. Phantastische Erkenntnis für mich schon nach wenigen Tagen: Wenn man mal keine Zeit (oder in seltenen Fällen: keine Lust) hat, um in die Berge zu gehen, bietet auch ein Kletterzentrum eine großartige Alternative um sich draußen zu bewegen. Denn im Zweifelsfall zeigt eine der Outdoor-Wände genau in die Sonne …

Welche Ausrüstung benötige ich für einen Kurs?: Wenn Du noch nicht weißt, ob Dir das Klettern taugt: Oft lässt sich das Material vor Ort ausleihen bzw. wird teilweise gestellt. So brauchst Du für’s erste nicht mehr als eine Sporthose, ein T-Shirt und Schuhe – alles möglichst bequem.

Wo buche ich einen Kletterkurs?: Insbesondere für Alpenvereinsmitglieder wird die erste Anlaufstelle die örtliche Sektion sein. Einfach im Veranstaltungsprogramm nachschauen, für die Sektion München-Oberland findest Du es hier. Eine Alternative sind selbständige Klettertrainer, die Du online mit wenigen Klicks findest oder auch über Deine örtliche Kletterhalle empfohlen bekommst. In München zum Beispiel Petar Jovanovic von zu-und-ab.de.

Kletterkurs München Thalkirchen

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