Bergsofa Vermischtes

Lesetipp: Abenteuer Wege

Abenteuer Wege

Sternstunden der Outdoor-Welt

Im Sommer 2012 begann ein ganz neuartiges Leseabenteuer. Für mich persönlich auf dem Münchner Hauptbahnhof. Der Zug hatte Verspätung und ich schaute mich ein wenig im Zeitschriften-Kiosk um. Da entdeckte ich eine Zeitschrift, deren Cover mit einem wunderbaren Bild aus dem Piemont mich sofort gefangen nahm: Abenteuer Wege. Gesehen. Drin geblättert. Gekauft. Und – gefühlt – am gleichen Abend ausgelesen.

Erfrischend anders

Abenteuer Wege ist mehr als ein Outdoor-Magazin: Die Geschichten schlagen einen großen Bogen vom eigentlichen Reise- und Outdoor-Erlebnis über historische und politische Hintergrundinformationen. Stets solide recherchiert. Immer in fesselnde Worte gefasst. Da lässt sich der Leser mit dem Postschiff, der berühmten Hurtigruten, nach Norwegen entführen. Nur, um sogleich eine alpine Grenzwanderung auf dem Karnischen Höhenweg zu absolvieren. Außerdem gibt es die kleinen Abenteuer vor der Haustür: Ausflüge auf Bahnradwegen in der Vulkaneifel oder Paddel-Übungen auf dem Kocher, in Deutschlands Südwesten.

Abenteuer Wege 1/2014
Abenteuer Wege 1/2014

Du bist Deutschland

Wieder eine andere Reise führt den Leser auf der Bundesstraße 2 durch Deutschland. Die B2 verläuft von der polnischen Grenze bei Schwedt/Oder über Leipzig und München. Sie endet bei Mittenwald an der österreichischen Grenze.* Wie so oft im Heft sind beim Redaktionsteam die Outdoor-Grenzen erfrischend fließend. Outdoor heißt hier nicht: übereifrig missionarisch ausschließlich mit dem Fahrrad unterwegs zu sein oder gar beim Laufen die Schritte zu zählen. Sofern es sich anbietet, wird immer wieder auch das Motorrad genommen. So auch auf der B2, um die knapp 1.000 km lange, alte Handelsstraße kennenzulernen.

Echte Inhalte

Und immer wieder: Hintergründe. – Egal, ob ein Interview mit Alpenexperten, Einsteiger-Infos für den Umgang mit dem GPS, oder die Beschreibung vom „Härtesten Weg Deutschlands“, der ehemaligen Transitstrecke zwischen West-Berlin und Westdeutschland.

Vom Eisernen Vorhang zum Grünen Band - Abenteuer Wege
Vom Eisernen Vorhang zum Grünen Band – Abenteuer Wege

Ganz bewusst achtet die Redaktion auf eine sehr saubere Trennung von Inhalt und Werbung. Genau das macht das Magazin dann auch so einzigartig. Hier werden weder der superlative Berg-Zirkus noch prämierte Weitwanderwege, die gerade irgendeine Tourismusregion vermarktet, thematisiert. Stattdessen wird Leidenschaft für die oft leiseren Töne gelebt. Ebenso erfrischend: Auch die neueste, immer noch bessere Jacke oder Hose wird dem Leser nicht angepriesen. „Einfach erleben“, ohne all zu viel Schnickschnack, ist die Devise.

Kaufen und lesen: Abenteuer Wege gibt es am gut sortierten Zeitschriftenkiosk. Oder direkt beim Verlag. Die nächste Ausgabe erscheint im Herbst 2014. Am besten gleich ein Abo bestellen, mit der Zeitschrift zukünftig selbst viele neue Wege entdecken und dem engagierten Redaktionsteam den Weg für das nächste Jahr ebnen.

Abenteuer Wege - Seitenansicht
Abenteuer Wege – jede Seite Lesegenuss

*PS – Auch ich bin Deutschland: Ganz nebenbei wird mir bewusst, dass sich – abgesehen von einigen Abstechern ins Ausland – mein Leben dem Verlauf der B2 folgt: Geboren einen Steinwurf von der Oder entfernt, habe ich in Leipzig studiert und lebe nun in München. Mittenwald dann als Altersruhesitz? – Sprechen wir in 30 Jahren drüber!

PPS ( – falls sich jemand fragt): Weder bin ich verwandt oder verschwägert mit dem Redaktionsteam, noch kennen wir uns persönlich. Auch habe ich keine Freianweisung für das Magazin. Ich bin einfach ein Leser der ersten Stunde. Und damals wie heute begeistert.

PPPS – Leider ist das Magazin seit einiger Zeit Vergangenheit. Sehr schade.

  1. Ui, das Magazin hab ich noch gar nicht entdeckt, klingt aber echt ansprechend. Werd mal schauen, ob es das bei uns im Zeitschriftenladen auch gibt. Gerade habe ich das Trekkingmagazin ausgelesen (vorrangig, weil in der nächsten Ausgabe eine Reportage von mir erscheint) und das fand ich auch toll. Überhaupt sind Zeitschriften schon was schönes – ist eben doch was anderes, als immer nur alles online zu lesen. Danke für den Tipp!

    • Hallo Sarah, klar: Print muss sein. Online ist spannend, aber eben auch extrem schnell. Für’s entspannte – und vor allem auch vertiefte Lesen nehme auch ich nach wie vor gerne Papier in die Hand. In einem der Hefte gab’s übrigens mal einen schönen Artikel über’s Planwagenfahren in der Uckermark. Dort würde es euch mit Egon sicher auch gefallen (natürlich ohne Planwagen …). Viele Grüße nach Thüringen.

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