Von Hölzchen & Stöckchen

Reduced to the max

2. Januar 2014
Minimalistisch packen

Wie kann ich bei meinem Gepäck sparen?

Du packst für Deine Alpenüberquerung Probe und bekommst nicht alles hinein in den Rucksack bzw. der Rucksack ist viel zu schwer? Dann heißt es sichten, was noch daheim bleiben bzw. ersetzt werden kann. Oft sind es die kleinen Dinge, die sich aufaddieren und zum Schluss doch ein beträchtliches Gewicht und vor allem Volumen ausmachen. Einige Anregungen:

Kleidung: Nimm alles Notwendige, jedoch immer die Minimalauswahl mit. Angefangen bei einem Paar Socken und einem T-Shirt wirst Du wahrscheinlich das eine oder andere finden, das Du „zur Sicherheit” eingepackt hast, das aber zu Hause bleiben kann. Mach stattdessen unterwegs die kleine Handwäsche.

Hüttenschuhe: Sie sind Pflicht in den Hütten. Spätestens Richtung Lager solltest Du nicht mehr Deine Bergstiefel an den Füßen haben. Je nach Hütte geht außer im Gastraum ohne Hüttenschuhe gar nichts. Auf vielen Hütten gibt es zwar mehr oder weniger Paare Hüttenschuhe, aber auf dem E5 würde ich wegen der vielen Mitwanderer nicht darauf vertrauen, dass noch welche auf Dich warten. Bring am besten einfache Schlappen mit, wie man sie im Hotel oft bekommt. Die sind leicht und auch noch besser als Flip-Flops geeignet. (Du wirst abends selbst im Hochsommer wahrscheinlich ein paar Socken anziehen wollen/müssen, was mit Fip-Flops unpraktisch ist. Der Vorteil von Flip-Flops wiederum ist, dass sie universeller einsetzbar sind – bspw. beim Baden im Bergsee oder Flusslauf.) Eine andere Alternative wären die beliebten Crocs (leicht, aber voluminös).

Geldbörse: Essentiell auf der Alpenüberquerung sind nur Bargeld, EC-Karte und  Personalausweis, für den Notfall Krankenversicherungskarte, evtl. Führerschein sowie Kreditkarte. Wenn vorhanden: DAV-Ausweis. Alles andere lass zu Hause. Eine ganz kleine Geldbörse reicht aus. „Reduced to the max“ habe ich mir von einer Freundin abgeschaut, nur eine ca. 12 x 15 cm kleine Plastik-Zip-Tüte zu verwenden. Gibt’s auch noch kleiner.

Notizbuch: Vielleicht willst Du von Deiner Tour Notizen machen oder Hüttenstempel sammeln. Auch hier gilt: Selbst ein A5-Heftchen ist noch zu viel. Nimm stattdessen ein A4-Blatt, um Deine Erlebnisse auf Papier zu bannen. Das wiegt nur einen Bruchteil. Du kannst es daheim immer noch in ein Notizbuch kleben.

Waschbeutel: Ich hab schon Wanderer gesehen, die ihren Fön mit auf die Hütte nehmen. Tu’s nicht! In den meisten Fällen findest Du im Waschraum keine Steckdose. Auch bei den Hygieneartikeln lässt sich am Gewicht knapsen, wenn Du alles in Reisegröße mitnimmst, bspw. Zahncremetuben mit nur 10g, (Allzweck-)Seife (die Du wiederum auch für die kleine Handwäsche nutzen kannst). Beim Waschbeutel selbst kannst Du ebenfalls mit speziellen, leichten Outdoor-Varianten viel Gewicht und Volumen sparen. Oder Du greifst auch hier auf die Zip-Lock-Tüten-Variante zurück.

Erste-Hilfe-Set, Wanderkarte & Co: Einige Dinge sind zwar essentiell am Berg, aber in einer Gruppe muss nicht dringend jeder alles mitnehmen. Ein Erste-Hilfe-Set auf zwei Personen reicht aus. Eine Gruppe benötigt selten mehr als eine Karte. Selbst die Stirnlampe liesse sich nachts zu zweit teilen.

Mehr rund um die Alpenüberquerung auf dem E5

Über die Alpen? Über die Alpen! – Auf dem E5 von Oberstdorf nach Meran. Ein Selbstversuch

Tipps für eine gelungene Alpenüberquerung

“Das Beste aber ist das Wasser” – Kleine Philosophie des Wassertransports auf großer Tour

Kleiner Hütten-Knigge – Damit’s gemeinsam unter einem Dach klappt

Alpenüberquerung in Bildern 

 

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3 Kommentare

  • Reply Steffi 3. Januar 2014

    Hallöchen
    Bisher hab ich nur Tagestouren gemacht – für kommenden Sommer plane ich aber auch “was Größeres”.
    Erstmal danke für Deine Tips zum Gewichtsparen – die werd ich auf jeden Fall im Kopf behalten.

    Meine große Frage ist nun: Wieviel Wasser nimmt man mit, und wie transportiert mans am besten? Dazu muss ich sagen, dass ich ein relativ zierliches Persönchen mit großem Wasserbedarf bin.
    Freu mich auf Tips und Erfahrungen von Dir!
    LG, Steffi

    • NOA
      Reply NOA 3. Januar 2014

      Hallo Steffi,

      auch ich benö­tige eher viel Wasser & habe frü­her immer zu wenig getrun­ken. Das hat sich auf mei­ner ers­ten „gro­ßen Tour“ geän­dert. Mein per­sön­li­cher, lang­jäh­ri­ger Favorit ist seit­dem eine „Platypus-Bottle“ mit einem Fassungsvermögen von 2 Liter. Ist leicht. Funktioniert mit einem Schlauch wie eine Trinkblase, lässt sich aber durch einen „vor­ge­fal­te­ten“ Boden wie eine nor­male Flasche auf­stel­len. Zusätzlich zum Trinkschlauch gibt’s auch einen „nor­ma­len“ Drehverschluss, so dass sich auch auf der Hütte ganz gut mit der Flasche han­tie­ren lässt. An Tagen, an denen Du nicht so viel Wasser brauchst, füllst Du den Platypus ein­fach nur halb voll. Grundsätzlich zeigt die Erfahrung: Mindestens ein Liter Flüssigkeit soll­test Du immer dabei haben. Eher mehr.
      Es gibt noch ein paar andere Über­le­gun­gen — aus allem lässt sich eine Philosophie machen 🙂 -, die bei der Behältniswahl rein­spie­len (Länge der Tour, Großwetterlage, per­sön­li­che Material-Vorlieben etc.) — Das würde aber die­ses Format spren­gen. Ich werde in den nächs­ten Tagen ein­fach mal noch diese Gedanken zum Thema in einem kur­zen Artikel zusam­men­schrei­ben.
      Ich hoffe, ich konnte Dir für’s Erste hel­fen. — Viele Grüße, Nadine — eben­falls nicht son­der­lich groß 😉

  • NOA
    Reply NOA 10. Januar 2014

    Die kürzlich versprochene Lang-Variante zur großen Frage: Wieviel Wasser und wie transportieren? habe ich nun noch einen Artikel online gestellt, oben in den Verlinkungen zu finden: “Das Beste aber ist das Wasser”. Viel Freude auf Deiner großen Tour!

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