Münchner Momente

Alpines Viererlei

6. Juli 2015
Waxensteinstraße München

Wer „München“ sagt, muss auch „Berge“ sagen

Klar, München und Berge gehören für viele in der Landeshauptstadt genauso zusammen wie Sommer und Biergarten. Denn vor allem an den Wochenenden stehen wir eher früher als später auf und suchen unsere Glückseligkeit auf einem höheren oder niedrigeren Gipfel, vor allem in den Münchner Hausbergen.

So weit, so normal. Neulich, während der neuerlichen Diskussion um den Abriss des Hauptbahnhofs, fiel mir nun zum ersten Mal auf, dass es auch ganz schön viel Alpen selbst IN München gibt.

Hier also: Alpines Viererlei in München

#1 – Das Alpenrelief im Hauptbahnhof

Das Gros der Münchner kennt’s nicht. Dabei sind wir garantiert alle schon daran vorbei gegangen. Einmal. Manchmal. Oft. Oder gar täglich. Wo du’s findest? Oberhalb vom Haupteingang, hinter Glas; auf Höhe der Uhr. Das Ding ist: Man kann es nur von außen sehen, nimmt’s aber auch dort schlichtweg nicht wahr. Ein ziemliches Malheur für ein Kunstwerk aus den 50er Jahren, das als frühestes Zeugnis abstrakter Kunst im öffentlichen Raum in München gilt und deshalb denkmalgeschützt ist. Tipp: Ein einigermaßen guter Blick auf das Alpenrelief von Rupprecht Geiger lässt sich am ehesten nachts erhaschen, dann nämlich werden die Leuchtstoffröhren des Kunstwerks angeschaltet.

Alpen-Mosaik von Rupprecht Geiger am Hauptbahnhof München

Alpen-Mosaik von Rupprecht Geiger am Hauptbahnhof München

 

#2 – Gran Paradiso an der Messe München

Wer – beispielsweise zur ispo – während eines langen Messetags mal frische Luft schnappen und dabei auch noch Berge sehen will, der geht am besten auf die Westseite des Messegeländes: Dort steht im Messesee eine große Vitrine. Mit Bergen drin. Diverse Bergstöcke, um genau zu sein – Zugspitze und Mont Blanc, Großglockner und Watzmann … Die Assoziationen vom Künstler Stephan Huber drehen sich um Landschaft und Identität. Mehr dazu hier.

Gran Paradiso von Stephan Huber an der Messe München

Gran Paradiso von Stephan Huber an der Messe München

 

#3 – Jubiläumsgrat und Notbiwak auf der Praterinsel

Der kleine Garten rund um das Alpine Museum in München strahlt von jeher eine ganz eigene Stimmung aus. Wie eine kleine Ruheoase mitten in der hektischen Großstadt liegt sie in der Isar. Der Eindruck wird einmal mehr unterstützt, seit hier auch der Jubiläumsgrat zu finden ist. Natürlich nur im kleinen Nachbau des Wetterstein-Vorbilds. Der Notbiwak indes ist echt. Er bot – bis er vor einigen Jahren ersetzt wurde – auf dem Gratweg zur Zugspitze im Fall der Fälle Unterkunft. Reinschauen lohnt sich …

Die alte Jubiläumsgrathütte samt "Jubi-Grat"

Die alte Jubiläumsgrathütte samt „Jubi-Grat“

 

# 4 – Straßen wie Berge

Hochwannerstraße, Wankstraße, Waxensteinstraße & Co – Nirgends passen diese Münchner Straßennamen wohl so gut hin wie in den Südwesten der Stadt. Gleich nebenan beginnt die Autobahn Richtung Garmisch. Näher lässt sich in der Landeshauptstadt den Alpen wohl nicht kommen. Außer … Im Münchner Osten, dort geht’s ebenfalls auf die Berge: Blombergstraße, Unnützstraße und Sonnwendjochstraße liegen in trauter Nachbarschaft von Bergen, die die Welt bedeuten: Großvenedigerstraße, Matterhornstraße und Himalajastraße. Allein wegen der Namen würde manch einer sicher gerne dort wohnen …

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Dir fallen andere Beispiele rund um „die Berge in München“ ein? – Her damit in den Kommentaren! Ich bin gespannt, was die Stadt sonst noch Alpines zu bieten hat.

Dieser Artikel ist Teil einer Blogparade der Ironblogger München. Zum Thema „München“ stellt dabei jeden Tag ein anderer Blogger einen Ausschnitt aus seinem ganz persönliches München vor. Gestern hat Claudia geschrieben: München – es hat ein bisschen gedauert. Den Staffelstab übergebe ich nun an Svenja, die beim Stichwort „München“ so richtig ins Schwärmen kommt.

Steffi hat in ihrem Blog Gipfelglück die Idee dieses Beitrags fortgeführt und fragt: Wie viel „Berg“ steckt in München?

 

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8 Kommentare

  • Reply Aurelie 7. Juli 2015

    Mir fällt noch das Kunstwerk am Flughafen ein. Dies ist vom gleichen Künstler wie das Gran Pardiso an der Messe:
    http://www.art131.bayern.de/content/projekte/bildendekunst/artothek/kuenstler/stephan-huber/die_alpen.html

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    • Nadine
      Reply Nadine 8. Juli 2015

      Hi Aurelie, wow – „Die Alpen“ am Flughafen München. Toller Hinweis. Merci, Nadine

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  • Reply Sonya | soschy on tour 11. Juli 2015

    Ein toller Blogartikel, Nadine. Das Alpenrelief am Hauptbahnhof ist mir wirklich nie aufgefallen und ich wohne nun schon über zehn Jahre in München.

    Bevor wir mit dem Büro nach Schwabing gezogen sind, habe ich in der Watzmannstraße in Giesing gearbeitet. In bester Nachbarschaft zur Zugspitzstraße. Ich fand das immer toll. Wo findet man sonst noch die Alpen in München? Mir fällt spontan nur ein, dass man von München die Alpen sehen kann, besonders gut bei Föhn. Es gibt zahlreiche grandiose Fotos wo die Alpen keine zwei Kilometer von München weg zu sein scheinen. Leider gibt es noch keines in meiner Fotosammlung dazu.

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    • Nadine
      Reply Nadine 14. Juli 2015

      Das erste Mal, dass ich dieses genial nahe Alpenpanorama „gleich hinter der Stadt“ gesehen habe, war am Tag meines Vorstellungsgesprächs hier in München. Vom Oberdeck eines Parkhauses in der Innenstadt aus. Damals wie heute immer aufs Neue genial – das Panorama, nicht das Parkdeck. 😉

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  • Reply Lutz Prauser 14. Juli 2015

    Ganz im Osten der Stadt, auf dem ehemaligen Buga-Gelände, wurde ein künstlicher Hügel angelegt. Gut möglich, dass das der Aushub aus dem neu angelegten Riemer See ist, der dort landschaftsmodellierend aufgeschichtet wurde.
    Nachdem ich heute den Riemer See als Schwimmbecken getestet habe, sind wir noch die Treppen rauf. Man hat dort einen wunderbaren Ausblick über die Messestadt … nun ja. Aber man sieht eben auch in der Ferne das Alpenpanorama … zumindest, wenn Föhn ist und wenn das städtische Gartenbauamt das Strauchwerk wieder mal etwas zurückschneidet.
    Und da wir schnöseligen Zugroastn, wir Touristen, Isarpreissn und sonstiges Volk ja keine Ahnung haben, wie welcher Gipfel heißt, gibt es gleich ein mehrere Meter langes Edelstahlprofil der Berge nebst Erklärungen. Sehr schön gestaltet übrigens. Schaut auf den ersten Blick wie ’ne steinerne Sitzbank aus, aber ist es eben nicht.
    Hab gleich an diesen Blogpost gedacht und petz Dir das.
    Das holt die Berge irgendwie schon näher ran.

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    • Nadine
      Reply Nadine 14. Juli 2015

      Wasser trifft Berg – das ist ja perfekt! Ja, der Föhn, ich steige für’s Alpenpanorama am liebsten auf den Olympiaberg; einfach, weil der in meiner Nähe ist. Aber jetzt muss ich wohl mal nach Riem – diesen Hügel (hat der einen Namen?) kenn ich nämlich nicht. Nur das Haus der Gegenwart, das hat mir zu Buga-Zeiten richtig gut gefallen.

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  • Reply München und Outdoor ? › Outdoor-Blog.org 23. Juli 2015

    […] Blick würde ich da auch zustimmen, denn eine Großstadt und Outdoor das passt nicht zusammen. Nadine und Stefanie haben in ihren Blog ja bereits darüber berichtet wo man in München Berge finden […]

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  • Reply Meine Lieblingsfundstücke im Juli 2015 - soschy on tour 1. August 2015

    […] Die Alpen gehören zu München wie die Wiesn, so wird das Oktoberfest in München genannt. Wo der Berg überall in der Stadt zu finden ist, zeigte uns Nadine von KulturNatur: Alpines Viererlei […]

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