Gedanken am Wege

Oh, dieses Käsefondue!

18. Juni 2015
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Walliser Wanderglück

Momente vom morgendlichen Vom-Balkon-auf-die-Berge- und vom abendlichen In-den-Topf-mit-dem-Käsefondue-Schauen. Besondere Erinnerungen; die bleiben, ohne dass ich je etwas dazu aufgeschrieben habe. Ohne, dass Fotos davon existieren.

Oft sind diese Erinnerungen über Jahre irgendwo vergraben. Nur, um dann mit um so mehr Karamba zurückzukehren. – Auch das ist für mich Bergglück. Wanderglück. 

Wer in den Bergen aufgewachsen ist, bei dem setzt man – zu Recht oder nicht – in den meisten Fällen einfach voraus, dass er Gipfel mag. Das Hinaufsteigen sowieso. Wer nun qua Geburt eher zu den Fischköppen und Nordlichtern zählt, der hört oft die Frage, was ihn eigentlich permanent in die Berge führt. Bei mir, so denke ich heute, gab es einen zentralen Auslöser: Mit 16 reiste ich gemeinsam mit einer Freundin, ihrer Schwester und ihrem Vater ins Wallis.

Das erste Mal Alpen! Das erste Mal „echte“ Berge! Wir hatten ein Ferienhaus in Bettmeralp gemietet. Schon die Anreise empfand ich als außergewöhnlich, denn der Ort liegt auf einem autofreien Hochplateau. Wir parkten also das Auto unten im Rhonetal, räumten unsere Siebensachen in ein kleines Handwägelchen, von dem die grüne Farbe abplatzte, und zuckelten alles Richtung Bergbahn, mit der es hinauf auf etwa 2.000 Meter ging.

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In Bettmeralp genoss ich eine Woche lang … vor allem die Langsamkeit. Ohne, dass mir das so recht klar war. Ohne, dass ich das damals in Worte gefasst hätte. Jeden Tag nach dem Frühstück traten wir vor die Tür, drehten uns nach links oder rechts, nach Westen oder Osten, und liefen los. Mal Richtung Aletschgletscher, mal nach Riederfurka und zur Villa Cassel, mal zu einem See oder zu einem Aussichtspunkt.

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Die Wanderung, die uns zum Aletschgletscher führte, hat sich mir besonders eingeprägt. Denn es war das erste Mal, dass ich vor und auf einem Gletscher stand. Und dann gleich so ein Superlativ – der größte Gletscher, den die Alpen zu bieten haben.

Jedenfalls konnte ich mich an ihm genauso wenig satt sehen, wie an den für mich namenlosen Bergen auf der anderen Seite des Rhonetals, die ich allmorgendlich von unserem Balkon aus betrachtete. Und die Abends im Rot ertranken, kurz bevor wir – Hochsommer hin oder her! – unser Käsefondue genossen.

 

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