Gipfeltreffen

Die tolle Luft bringt’s

16. Februar 2015
Veronika Herrmann Auszeit-Vroni Murnau

Gipfeltreffen mit Veronika Herrmann

… die eine große Restaurantauswahl ohne Reue für mehr Berge eingetauscht hat.

Woher kommt Deine Begeisterung für die Berge und fürs In-der-Natur-Sein?

Schon mit der Familie sind wir viel draußen spaziert und mit unseren Hunden und Pferden rausgegangen. Ich stehe auf Skiern seitdem ich drei Jahre alt bin. Wir sind in den Ferien immer im Skiurlaub gewesen; Schnee und Wetterphänomene habe ich früh kennen und lieben gelernt.

Du bist vor einigen Jahren von München nach Murnau gezogen. Auch, um den Bergen näher zu sein. Würdest du dich heute noch mal so entscheiden?

Definitiv. Das war eine ganz wichtige Grundsatzentscheidung, die ich meinem Lebensstil geschuldet habe. Es ist immer ein Rückzugsort, ein Ort um mich zu leeren, aber auch zum Kraft auftanken – egal woher ich gerade komme.

Vom Estergebirge übers Wettersteingebirge bis zu den Ammergauer Bergen – von deinem Balkon aus hast du die Berge buchstäblich vor der Nase. Genießt du sie bei einem Kaffee genauso wie beim Wandern und Bergsteigen?

Ich kann sie im Blick haben und mich an ihnen von der Terrasse aus erfreuen. Doch lieber besteige ich sie. Als ich wegen einer kniebedingten Auszeit nicht in die Berge konnte, habe ich sie durchs Fenster beim Denken oder bei langen Spaziergängen durchs Murnauer Moos gerne betrachtet. Auch so konnten die Berge mich beschenken. Und schließlich habe ich die Zeit, in der die anderen am Wochenende in die Berge gegangen sind, strategisch genützt und bin in die Stadt gefahren um meine Weiterbildung zur Psychotherapeutin zu beginnen. Das war eine gute Idee!

Sofern es ihn gibt: Was ist der größte Vorteil, nicht mehr in einer Großstadt zu leben. Auf der anderen Seite: Was stellt für Dich die größte Einschränkung/den größten Nachteil dar?

Ich würde sagen, eingeschränkt fühle ich mich höchstens in der Restaurant-Auswahl, da ich gerne asiatisch esse. Wunderbar finde ich es, nirgends mehr anstehen zu müssen, höchstens mal auf dem schönen Wochenmarkt. Das tolle ist die Luft, die bringt’s. Wenn ich nach Aufträgen in Städten wieder daheim ankomme, fühle ich mich bei der klaren Luft immer wie im Urlaub. Und ich sehe immer wie sich das Wetter anbahnt.

Als Coach nimmst Du regelmäßig Burnout-gefährdete Menschen für eine Woche mit in die Berge. Du zeigst Entspannungstechniken, meditierst und bewegst dich mit ihnen in der Natur. Was ist anders, solch einen Kurs in der Natur abzuhalten statt in einem Seminarraum?

Für die Teilnehmer ist es ein absoluter Reizwechsel. Da machen die innerlich erstmal auf. Wenn sie die Übungen draußen lernen, bleiben die Inhalte besser hängen. Und wenn sie es zu Hause anwenden, erinnern sie sich jedes Mal an diese Natur.

Und nun: Augen zu und träumen. Finanzierung und Zeit spielen keine Rolle – wohin geht’s?

Ich bin in meinem Leben schon sehr viel und sehr weit gereist. Daher ist es nicht unglaublich weit weg: Ich würde gerne einen Monat mit dem VW-Bus nach Marokko fahren und Meer und Berge dort kennen lernen.

Eine Hütte/Unterkunft, die Du besonders weiterempfehlen würdest?

Die Reintalangerhütte im Wettersteingebirge am Ende des Reintals bei Garmisch-Partenkirchen. Wunderschön gelegen.

Wo trifft man Dich, wenn Du nicht in der Natur bist?

Mit einem Buch auf dem Sofa, beim Feiern mit Freunden, beim Genießen von frischem Essen oder beim Mittanzen und -singen auf einem guten Konzert.

Veronika Herrmann Auszeit-Vroni 2Als Physiotherapeutin hat sich Veronika Herrmann zum Management-Coach, zur Stressmanagement- und zur Entspannungstrainerin mit dem Schwerpunkt Achtsamkeit weitergebildet. Sie arbeitet als selbständige Vortragsrednerin, Coach und Seminarleiterin für Stressmanagement und gibt regelmäßig ihr Seminar „Auszeitwoche“. Veronika ist aktive Bergsportlerin und weiß, wie wichtig die Regeneration von Körper und Geist ist. Einen entspannten und achtsamen Lebensstil möchte sie auch an ihr Umfeld weitergeben und stets leben. Es macht sie froh, dass ihr Partner das genauso sieht und dieses Leben mit ihr teilt.

 

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