Bergauf Österreich

Spätstart

Über die Mitterfeldalm zum Matrashaus 

Punkt um fünf trudeln wir am Matrashaus ein. Wäre die Hütte ausgebucht, hätten wir damit wohl fast unsere Reservierung im Zimmerlager verspielt. So aber gibt es neben einem herzlichen Willkommen für uns zwei Plätze in einem Sechsbettzimmer des achteckigen Baus direkt auf dem Hochkönig-Gipfel. 

Der Hochkönig mit seinen knapp 3.000 Metern kann an diesem viel zu warmen Sonntag wohl ruhig als ein Paradebeispiel für den „Spielplatz Alpen“ gelten. Wer da nicht alles hinaufkriecht und hinuntersprintet. Oder andersherum:

Da wären die Klettersteiggeher, die über den Königsjodler hinaufkommen. Dann die Bergsteiger, die durch das Birgkar oder alternativ über die Bertgenhütte und die Teufelslöcher zum Matrashaus gehen. Da gibt’s die mit besonders viel Ausdauer, die in einer knallharten Tagestour vom Steinernen Meer hinüberstiefeln. Und die mit Sprintpower, die den Weg zum Gipfel und zurück ins Tal als Nachmittagstrainingsrunde absolvieren. Und dann sind da die vielen anderen, die vom Arthurhaus kommend den ostseitigen, sonnenexponierten Normalweg nehmen und mehr oder weniger zügig die 1.500 Höhenmeter plus einige kleinere Gegenanstiege hinter sich bringen.  

Wir ordnen uns an diesem Tag eindeutig in die Kategorie der Kriechenden ein. Denn unsere idealen Betriebstemperaturen sind bereits am Vormittag um zehn, wenn nicht sogar um 15 Grad Celsius überschritten. Das Gehen auf dem losen Schotter schlaucht heute mehr als sonst. Wir fühlen uns matschig, die eine mehr als die andere. An der Torsäule, auf etwa der Hälfte des Weges, überlegen wir, ob es sinnvoller ist umzukehren. Der blaue Himmel samt stabiler Wetterprognose und der lange, helle Sommertag lassen uns für den Weiterweg entscheiden. Irgendwann, viel später als erhofft, kommt ein Lüftchen auf und das Gehen läuft allmählich runder, das Vorankommen ist endlich weniger zäh. 

Um sechs, bei einer riesigen Portion Pasta auf dem Matrashaus, sind diese Mühen schon wieder fast vergessen. Und zum Nachtisch gibt’s einen Sonnenuntergang, für den allein es sich lohnt, genau jetzt genau hier zu sein. 

Auf dem Hochkönig: Sonnenuntergang am Matrashaus.
Gipfel satt! am Matrashaus

Hinweis: Detaillierte Informationen rund um die Anstiegsmöglichkeiten, Anforderungen und um aktuelle Tourenbedingungen auf der Website bzw. den Social-Media-Kanälen vom Matrashaus nachlesen!


  1. Manuel Capellari

    Ein super Tourenbericht, auch die Bilder sind ein Traum, bitte mehr davon!

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